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Andreas Adam

Ver­gü­tung im Wandel

Wie Stan­dard­soft­ware die Kom­ple­xität im Ver­si­che­rungs­ver­trieb beherrschbar macht

Die Ver­si­che­rungs­branche ver­än­dert sich langsam, aber stetig. Digi­ta­li­sie­rung, Regu­lie­rung, neue Wett­be­werber und hybride Ver­triebs­mo­delle sorgen dafür, dass sich auch die Struk­turen im Ver­trieb und in der Ver­gü­tung anpassen müssen. Wäh­rend andere Bran­chen über Dis­rup­tion spre­chen, findet in der Asse­ku­ranz ein leiser, aber nach­hal­tiger Wandel statt: Die Ver­gü­tung wird kom­plexer, viel­schich­tiger und zuneh­mend strategisch.

Kom­ple­xität statt Disruption

Der Ver­si­che­rungs­ver­trieb war nie ein­fach, aber heute ist er anspruchs­voller denn je. Unter­schied­liche Ver­triebs­ka­näle, neue Pro­dukt­welten und stei­gende Anfor­de­rungen an Trans­pa­renz und Com­pli­ance führen dazu, dass die Ver­gü­tung zuneh­mend mehr Varia­blen berück­sich­tigen muss.

  • Was früher mit ein paar festen Pro­vi­si­ons­sätzen funk­tio­nierte, umfasst heute:
  • variable und erfolgs­ab­hän­gige Vergütungskomponenten,
  • qua­li­ta­tive KPIs wie Bera­tungs­qua­lität, Kun­den­zu­frie­den­heit oder ESG-Kriterien,
  • kom­bi­nierte Ver­gü­tungs­lo­giken für hybride Vertriebsmodelle,
  • und immer häu­figer zeit­lich gestaf­felte Reten­tion-Boni oder Upskilling-Anreize.
  • Diese Viel­falt ist sinn­voll, weil sie die rich­tigen Ver­hal­tens­an­reize setzt, erhöht jedoch die ope­ra­tive und tech­ni­sche Kom­ple­xität erheblich.

Vom Abrech­nungs­system zum Steuerungsinstrument

Die Ver­gü­tung ist längst kein reines Abrech­nungs­thema mehr. Sie ist zu einem stra­te­gi­schen Steue­rungs­in­stru­ment geworden, mit dem Ver­si­cherer Ver­trieb, Moti­va­tion und Part­ner­bin­dung aktiv gestalten können. Wer seine Ver­gü­tungs­logik fle­xibel steuern kann, hat einen echten Wett­be­werbs­vor­teil im Recrui­ting, bei der Bin­dung von Top-Ver­mitt­lern und bei der Steue­rung der Vertriebsleistung.

Das Pro­blem: Viele Häuser arbeiten noch mit his­to­risch gewach­senen Sys­temen, Excel-basierten Pro­zessen oder indi­vi­duell pro­gram­mierten Son­der­lö­sungen. Diese sind unfle­xibel, teuer im Betrieb und kaum revi­si­ons­si­cher zu halten. Anpas­sungen dauern oft Wochen oder Monate – eine Rea­lität, die nicht mehr zum Tempo moderner Märkte passt.

Warum Eigen­ent­wick­lung keine Lösung ist

Trotzdem halten viele Ver­si­cherer noch an der Idee fest, ihre Ver­gü­tungs­sys­teme selbst zu ent­wi­ckeln oder in bestehende Bestands­sys­teme „hin­ein­zu­bauen“. Die Folgen sind ein hoher Auf­wand, teure War­tung und feh­lende Skalierbarkeit.

Dabei gibt es längst eine Alter­na­tive. Moderne Stan­dard­soft­ware ist heute so fle­xibel, dass sie sich über No-Code-Ansätze und regel­ba­sierte Kon­fi­gu­ra­tionen exakt auf das eigene Geschäfts­mo­dell anpassen lässt – ohne auf­wen­dige Programmierung.

Diese Sys­teme bieten:

  • Rule Engines, um belie­bige Pro­vi­si­ons­sche­mata abzubilden,
  • Echt­zeit-Simu­la­tionen, etwa zur Berech­nung von Antragsvergütungen,
  • Trans­pa­rente Dash­boards für Ver­mittler und Fachbereiche,
  • Auto­ma­ti­sierte Abrech­nung und Zahlungssteuerung,
  • sowie Audit-Trails zur regu­la­to­ri­schen Nachvollziehbarkeit.

Damit werden Stan­dard­lö­sungen zum Enabler für Indi­vi­dua­lität und nicht zum Widerspruch.

Fle­xi­bi­lität durch Standardisierung

Die größte Stärke moderner Ver­gü­tungs­soft­ware liegt in der Balance: Sie kom­bi­niert Stan­dar­di­sie­rung in der Technik mit Fle­xi­bi­lität im Geschäfts­mo­dell. Das bedeutet, dass Ver­si­cherer ohne eigene Ent­wick­lungs­pro­jekte neue Ver­gü­tungs­mo­delle auf­setzen, anpassen und simu­lieren können, inner­halb von Tagen statt Monaten.

Durch offene Schnitt­stellen (API-First-Archi­tektur) lassen sich diese Lösungen nahtlos in CRM‑, Bestands­sys­teme und Data-Warehouses inte­grieren. Cloud-basierte Bereit­stel­lung sorgt für Ska­lier­bar­keit und Sicher­heit, wäh­rend rol­len­ba­sierte Zugriffs­rechte und DSGVO-kon­forme Daten­hal­tung Ver­trauen schaffen.

Der eigent­liche Mehr­wert: Kon­zen­tra­tion aufs Kerngeschäft

Tech­no­logie ist kein Selbst­zweck. Sie soll Orga­ni­sa­tionen befä­higen, sich auf ihr Kern­ge­schäft zu kon­zen­trieren. Wenn die Ver­gü­tung stabil, nach­voll­ziehbar und auto­ma­ti­siert läuft, bleibt mehr Raum für das, was wirk­lich zählt: gute Pro­dukte, über­zeu­gender Ser­vice und starke Partnerbeziehungen.

Die Ver­ant­wor­tung für die IT-Kom­ple­xität kann und sollte man spe­zia­li­sierten Soft­ware­an­bie­tern über­lassen. Ver­si­cherer müssen nicht mehr zu Soft­ware­häu­sern werden – sie können sich auf den Ver­trieb kon­zen­trieren, wäh­rend Stan­dard­lö­sungen die tech­no­lo­gi­sche Basis liefern.

Fazit

Die Ver­si­che­rungs­branche ist nicht dis­ruptiv, aber sie ist im Wandel. Die Ver­gü­tung ist dabei ein zen­trales Feld, auf dem sich stra­te­gi­sche Wei­chen stellen. Wer Kom­ple­xität meis­tert, gewinnt Hand­lungs­spiel­raum.
Stan­dard­soft­ware macht das mög­lich: kon­fi­gu­rierbar statt pro­gram­miert, fle­xibel statt starr, sicher statt manuell. So wird die Ver­gü­tung von einer Pflicht­auf­gabe zum echten Erfolgs­faktor im Vertrieb.

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Wenn Ver­gü­tungs­sys­teme agil und trans­pa­rent sind, wird aus admi­nis­tra­tivem Auf­wand ein echter Erfolgs­faktor im Versicherungsvertrieb.